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Osteopathie

Geschichte
1874 stellte Andrew Taylor Still (1828 – 1917) in den Vereinigten Staaten seine Philosophie und Praxis der Osteopathie erstmals vor. Er war insgesamt von der medizinischen Behandlung mit Medikamenten und Behandlungsmethoden im allgemeinen im 19. Jahrhundert unzufrieden. Er bezog sich auf alte medizinische Erkenntnisse und auf seine eigenen klinischen Erfolge.

Stills neue Medizinphilosphie bestand aus folgenden Grundgedanken:

  1. Die Einheit des Körpers (Körper, Seele, Geist)
  2. Die regenerierende, heilende Kraft der Natur: Der Körper selbst habe alle Mittel zur Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit in sich. Der Arzt brauche diese Selbstheilungskräfte nur anzuregen.
  3. Zentraler Bestandteil sei das Muskel-Skelett-System des Körpers. Gelinge es, die Funktionen dieses Systems wiederherzustellen, werde der ganze Körper positiv beeinflusst.
  4. Die Beziehung von Struktur und Funktion: Die Gewebsstruktur bedinge die Funktion; diese beeinflusse wiederum ihrerseits die Struktur.
  5. Die Einbindung der Manipulationstherapie in das Gesamtkonzept: Die Wiederherstellung der kompletten Funktionsfähigkeit des Körpers beeinflusse Wohlbefinden und Genesung.

Die großen Erfolge und die zunehmende Bekanntheit Stills führten zur Gründung des ersten College für Osteopathische Medizin in Kirksville/Missouri 1892.

In den Vereinigten Staaten von Amerika ist der D.O. (Doctor of Osteopathy) ein Arzt mit kompletter medizinischer Ausbildung, der zusätzlich in der Osteopathie, strukturellen Diagnostik und Manipulationsbehandlung geschult ist.

Zeitlich parallel zu der Stillschen Schule entstanden um den Gemischtwarenhändler Daniel David Palmer (1845 – 1913) chiropraktische Grifftechniken, die ebenfalls ab 1896 in eigens gegründeten Ausbildungsstätten gelehrt wurden. Hier handelt sich aber nicht um Ärzte, sondern um Laientherapeuten. Heute sind in verschiedenen Ländern Chiropraktoren als Therapeuten zugelassen.

Unstrittig ist heute, dass die manuelle Medizin nicht als Gegenspieler der Schulmedizin, sondern als deren sinnvolle Ergänzung gesehen werden muss.

Konzept
Wie bereits ausgeführt steht das Muskel-Skelett-System im Zentrum der manuellen Medizin und Therapie bzw. der Osteopathie. Das osteopathische "Fünf-Finger-Konzept" sei nun kurz umrissen:

  1. Das holistische Konzept: Holistisch bedeutet ganzheitlich. Osteopathen betrachten den Menschen und Patienten als Ganzes. Die Organe und der Bewegungsapparat beeinflussen sich wechselseitig. Deshalb müssen bei Störungen der Funktion alle Organsysteme mitbetrachtet werden, nicht nur das erkrankte.
  2. Das Konzept der neurologischen Kontrolle: Alle Körperfunktionen unterliegen ständig einer Kontrolle durch das Nervensystem mit seinen Anteilen (z. B. sensibles, motorisches Nervensystem; autonomes Nervensystem mit Sympathikus und Parasympathikus usw.). Somit sind alle unsere Reaktionen, Organfunktionen und Reflexe durch das Nervensystem bestimmt. Schädigungen im Nervensystem können (und werden) die Funktion der Zielorgane beeinträchtigen.
  3. Das Konzept von Atmung und Kreislauf: Ziel ist es, ein gesundes Milieu für alle Zellen des Körpers herzustellen. Dies geschieht durch Antransport notwendiger Bausteine (z. B. Sauerstoff) durch die arteriellen Blutgefässe und Abtransport von sog. "Schlackenstoffen" durch venöse Blutgefässe und Lymphgefässe. Eine zentrale Rolle spielt hier das Zwerchfell als Muskelplatte in Rumpfmitte mit atem- und bewegungsabhängiger Pumpfunktion als einfachstes Beispiel. Enges Zusammenspiel zwischen Gefässspannung und Muskelpumpe ist ein weiterer Baustein dieses Systems.
  4. Das energetische Konzept: Eine gestörte Funktion bedeutet für den Körper Mehrverbrauch an Energie. Ziel ist es, den Verursacher des Mehrverbrauchs ausfindig zu machen, diesen zu behandeln und dadurch das Gleichgewicht wiederherzustellen.
  5. Das Konzept der Selbstregulation: Im gesunden Körper herrscht ein Gleichgewicht durch ständige, körpereigene Regulationsvorgänge. Ziel ärztlichen Handelns muss es sein, beim Kranken die Selbstregulation anzustossen und nicht durch unbedachte Massnahmen den Körper weiter aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sicher eine der schwierigsten Aufgaben ärztlichen Handelns.

Diagnostik
In der manuellen Medizin geht es um die Feststellung einer Störung, die sich mit den Händen behandeln lässt. Hier steht heute der Begriff der "somatischen Dysfunktion" im Vordergrund, d. h. eine körperliche Funktionsstörung.

Für die Diagnose beurteilt der Manualmediziner vor allem drei Kriterien ("diagnostische Triade", ART):
• Asymmetrie: Eine strukturelle oder funktionelle Ungleichheit am Körper (durch Beobachtung oder Tastbefund)
• Bewegungsumfang (Range of motion): Vergrösserung oder Verminderung durch Beobachtung, Tastbefund und aktive/passive Bewegungsprüfung
• Gewebekonsistenz (Tissue): Veränderungen, wie ein Gewebe aussieht oder sich anfühlt.

Therapie
Zur Therapie stehen verschieden osteopathische Behandlungstechniken zur Verfügung, z. B.:
• Strain-Counterstrain Technik
• Muscle-Energy Techniken
• Myofascial-Release Technik
• Cranio-Sacral Technik
• Viscerale Techniken

Literatur: Greenman, Philip E.: Lehrbuch der Osteopatischen Medizin, Heidelberg 1998.

 

 
 

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